Kurztitel
Verordnung:  Erlassung von Ausbildungsvorschriften für
den Lehrberuf Schalungsbauer

Kundmachungsorgan
BGBl.Nr. 300/1987 ST0112
Text
     Verordnung des Bundesministers für wirtschaftliche
     Angelegenheiten vom 19. Juni 1987, mit der
     Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Schalungsbauer
     erlassen werden

  Auf Grund des § 8 des Berufsausbildungsgesetzes, BGBl.
Nr. 142/1969, in der Fassung der Berufsausbildungsgesetz-Novelle
1978, BGBl. Nr. 232, und des Bundesgesetzes BGBl. Nr. 381/1986, wird
- bezüglich der Verhältniszahlen im Einvernehmen mit dem
Bundesminister für Arbeit und Soziales - verordnet:

                              Artikel I

  Für den Lehrberuf Schalungsbauer werden folgende
Ausbildungsvorschriften festgelegt:

                            1. Berufsbild

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Pos. !    1. Lehrjahr          2. Lehrjahr          3. Lehrjahr
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  1. !  Handhaben und Instandhalten der zu verwendenden Werkzeuge,
     !       Vorrichtungen, Einrichtungen und Arbeitsbehelfe
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  2. !         -          !    Handhaben und Instandhalten der zu
     !                    !          verwendenden Maschinen
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  3. !   Kenntnis der Werk- und Hilfsstoffe, ihrer Eigenschaften,
     !   Verwendungsmöglichkeiten und Verarbeitungsmöglichkeiten
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  4. ! Kenntnis der schädlichen Einflüsse auf  !         -
     !   die Baustoffe und der Maßnahmen zu    !
     !  deren Abwehr sowie zur Verhütung von   !
     !                 Schäden                 !
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  5. !Grundkenntnisse der !         Kenntnis der Lagerung von
     !    Lagerung von    !              Baumaterialien
     !   Baumaterialien   !
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  6. !                  Grundkenntnisse der Statik
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  7. ! Aufstellen und Einwinkeln von           !         -
     ! Schnurgerüsten                          !
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  8. ! Herstellen von Waagrissen und           !         -
     ! Aufstichen                              !
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  9. !         -          !   Absteifen von    !         -
     !                    !     Baugruben,     !
     !                    !      Künetten      !
     !                    !   und sonstigen    !
     !                    !     Pölzungen      !
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 10. ! Kenntnis der Betontechnologie           !         -
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 11. !   Herstellen von   !   Herstellen von Betonmischungen unter
     !  Betonmischungen   !     Verwendung von Betonzusatzmitteln
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 12. !       Transport, Einbringen und Verdichten von Beton,
     !                   Nachbehandeln von Beton
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 13. !     Herstellen von Betonteilen aus Beton und Stahlbeton
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 14. !         -          !    Versetzen von Werkstücken aus Beton
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 15. !         -          !       Herstellen von Verblendungen
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 16. !         -          !         -          !   Versetzen und
     !                    !                    !    Montage von
     !                    !                    !     Stahlbeton-
     !                    !                    !     fertigteilen
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 17. !         -          !  Abdichten des Bauwerks mit
     !                    !  Abdichtungsbahnen
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 18. !         -          !         -          !   Abdichten des
     !                    !                    !    Bauwerks mit
     !                    !                    ! Brettlaufzügen und
     !                    !                    !   Dichtschlämmen
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 19. !   Bearbeiten von   !  Bearbeiten von Bauholz mit Handwerkzeug
     !    Bauholz mit     !               und Maschinen
     !    Handwerkzeug    !
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 20. !       Aufreißen, Einmessen und Anlegen von Schalformen
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 21. ! Aufstellen, Abstützen, Verspannen und Abbauen von Schalungen
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 22. !     Ablängen, Biegen, Verlegen und Binden der Bewehrung
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 23. !     Herstellen von Anschlußmauerwerk und von Übergängen
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 24. !         -          !    Ausführen von   !         -
     !                    !      Trenn- und    !
     !                    !     Arbeitsfugen   !
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 25. !         -          !          Aufstellen von Gerüsten
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 26. !Grundkenntnisse der !       Kenntnis der Wärmedämmung und
     !  Wärmedämmung und  !               Schalldämmung
     !   Schalldämmung    !
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 27. !                 Verarbeiten von Dämmstoffen
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 28. ! Lesen von Plänen und Bauzeichnungen sowie von Materiallisten
     !                       und Stücklisten
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 29. !     Skizzieren     !         -          !         -
---------------------------------------------------------------------
 30. !   Vermessen von    !   Vermessen von    !         -
     !einfachen Bauteilen !     Bauteilen      !
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 31. !  Ausfüllen von Ausmaßbestätigungen und Arbeitsbestätigungen
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 32. !               Feststellen des Materialbedarfs
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 33. !         -          !    Herstellen von Sichtbetonschalungen
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 34. !         -          !      Montieren von Systemschalungen
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 35. ! Kenntnis über Schalungen aus Metall und !         -
     !              Kunststoffen               !
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 36. !         -          !         -          ! Aufbauen und Abbauen
     !                    !                    !    von Rüstungen
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 37. !         -          !         -          !   Montieren von
     !                    !                    ! Gleitschalungen und
     !                    !                    ! Kletterschalungen
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 38. !      Kenntnis über die Sanierung von Auswechslungen und
     !                         Betonteilen
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 39. !   Grundkenntnisse der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden
     ! Verpflichtungen (§§ 9 und 10 des Berufsausbildungsgesetzes)
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 40. ! Kenntnis der einschlägigen Sicherheitsvorschriften sowie der
     ! sonstigen in Betracht kommenden Vorschriften zum Schutz des
     !                  Lebens und der Gesundheit
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 41. !  Grundkenntnisse der aushangpflichtigen arbeitsrechtlichen
     !                         Vorschriften
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  Die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sind dem Lehrling
spätestens in dem angegebenen Lehrjahr beginnend derart zu
vermitteln, daß sie nach einer Einführung erweitert und vertieft und
schließlich in der betrieblichen Praxis zur Anwendung gebracht
werden.

  In Fällen der gleichzeitigen Ausbildung eines Lehrlings in zwei
Lehrberufen sind dem Lehrling die Fertigkeiten und Kenntnisse beider
Lehrberufe in der in den beiden Berufsbildern festgelegten zeitlichen
Reihenfolge unter Bedachtnahme auf die sich gemäß § 6 Abs. 2 des
Berufsausbildungsgesetzes ergebende Lehrzeitdauer zu vermitteln.

                         2. Verhältniszahlen

      A. Gemäß § 8 Abs. 3 lit. a des Berufsausbildungsgesetzes
      (fachlich einschlägig ausgebildete Personen - Lehrlinge)

1 fachlich einschlägig ausgebildete Person .............  2 Lehrlinge
2 fachlich einschlägig ausgebildete Personen ...........  3 Lehrlinge
3 fachlich einschlägig ausgebildete Personen ...........  4 Lehrlinge
4 fachlich einschlägig ausgebildete Personen ...........  5 Lehrlinge
5 fachlich einschlägig ausgebildete Personen ...........  6 Lehrlinge
6 bis 15 fachlich einschlägig ausgebildete Personen für
  jede Person ..................................  1 weiterer Lehrling
ab 16 fachlich einschlägig ausgebildete Personen für
  je 3 Personen ................................  1 weiterer Lehrling

  Auf die Verhältniszahlen sind Lehrlinge in den letzten vier Monaten
ihrer Lehrzeit und Lehrlinge, denen unter Anwendung des § 28 oder/und
§ 29 des Berufsausbildungsgesetzes mindestens zwei Lehrjahre ersetzt
wurden, nicht anzurechnen.

  Auf die Verhältniszahlen sind fachlich einschlägig ausgebildete
Personen, die nur vorübergehend oder aushilfsweise im Betrieb
beschäftigt sind, nicht anzurechnen.

  Werden in einem Betrieb in mehr als einem Lehrberuf Lehrlinge
ausgebildet, dann sind Personen, die für mehr als einen dieser
Lehrberufe fachlich einschlägig ausgebildet sind, nur auf die
Verhältniszahl eines dieser Lehrberufe anzurechnen. Wenn aber in
einem Betrieb nur eine einzige, jedoch für alle in Betracht kommenden
Lehrberufe fachlich einschlägig ausgebildete Person beschäftigt ist,
dürfen - unter Beachtung der für die einzelnen in Betracht kommenden
Lehrberufe jeweils festgelegten Verhältniszahlen - insgesamt
höchstens drei Lehrlinge ausgebildet werden.

  Ein Ausbilder ist bei der Ermittlung der Verhältniszahl gemäß § 8
Abs. 3 lit. a des Berufsausbildungsgesetzes als eine fachlich
einschlägig ausgebildete Person zu zählen. Wenn er jedoch mit
Ausbildungsaufgaben in mehr als einem Lehrberuf betraut ist, ist er
als eine fachlich einschlägig ausgebildete Person bei den
Verhältniszahlen aller Lehrberufe zu zählen, in denen er Lehrlinge
ausbildet.

      B. Gemäß § 8 Abs. 3 lit. b des Berufsausbildungsgesetzes
                       (Ausbilder - Lehrlinge)

  Auf je 5 Lehrlinge zumindest 1 Ausbilder, der nicht ausschließlich
mit Ausbildungsaufgaben betraut ist.

  Auf je 10 Lehrlinge zumindest 1 Ausbilder, der ausschließlich mit
Ausbildungsaufgaben betraut ist.

  Die Verhältniszahl gemäß § 8 Abs. 3 lit. a des
Berufsausbildungsgesetzes darf jedoch nicht überschritten werden.

  Ein Ausbilder, der mit Ausbildungsaufgaben in mehr als einem
Lehrberuf betraut ist, darf - unter Beachtung der für die einzelnen
in Betracht kommenden Lehrberufe festgelegten Verhältniszahlen gemäß
§ 8 Abs. 3 lit. b des Berufsausbildungsgesetzes - insgesamt höchstens
so viele Lehrlinge ausbilden, wie es der höchsten Verhältniszahl
gemäß § 8 Abs. 3 lit. b des Berufsausbildungsgesetzes der in Betracht
kommenden Lehrberufe entspricht.

                             Artikel II

  1. Diese Verordnung tritt mit 15. Juli 1987 in Kraft.

  2. Die Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Betonbauer,
Verordnung BGBl. Nr. 74/1972 (Anlage 1), in der Fassung der
Verordnung BGBl. Nr. 291/1979 (Art. III Z 1) treten mit Ablauf des
31. Dezember 1991 außer Kraft.

                                Graf